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Blogger-Special: El Clan

 Geschrieben am 2. März 2016 - 13:59 Uhr von Kino7.de

In seinem packenden Real-Crime-Thriller EL CLAN, der in Argentinien einen Rekordstart hinlegte (deutscher Kinostart: 3. März 2016), erzählt Regisseur Pablo Trapero eine Geschichte, die die Bevölkerung seines Heimatlandes vor gut 30 Jahren aufwühlte. Es ist die Geschichte der Familie Puccio, die nach dem Ende der argentinischen Militärdiktatur durch Entführungen, Lösegelderpressungen und Morde für Schlagzeilen sorgte. Eine Geschichte, die noch heute unter die Haut geht. Im Rahmen eines Blogger-Specials haben meine geschätzten Blogger-Kollegen und ich die Möglichkeit erhalten, dem Regisseur Pablo Trapero, der für EL CLAN mit dem Silbernen Löwen auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet wurde, ein paar Fragen zu stellen.

Argentinien in den frühen 80ern. Die Puccios leben in einem gutbürgerlichen Stadtteil in Buenos Aires, nach außen wirken sie wie eine ganz normale Großfamilie. Doch der Schein trügt. Im Verborgenen führt Patriarch Arquímedes Puccio (Guillermo Francella) mit harter Hand die Geschäfte der Familie. Dunkle Geschäfte, grausame Geschäfte: Kidnapping, Lösegelderpressung, Mord. Er ist es, der alle Operationen plant und umsetzt. Dafür braucht er vor allem die bedingungslose Unterstützung seines ältesten Sohnes Alejandro (Peter Lanzani), der für ihn geeignete Opfer ausfindig macht. Als Star-Spieler der Rugby-Nationalmannschaft ist Alejandro durch seine Berühmtheit über jeden Verdacht erhaben und somit das ideale Werkzeug. Als Alejandro jedoch das makabre Familienbusiness in Frage stellt, droht die Fassade zu bröckeln…

EL CLAN schlug in seinem Heimatland wie eine Bombe ein und sprengte sämtliche argentinische Kinorekorde. Über 2,6 Millionen Zuschauer sahen bislang die von Kultregisseur Pablo Trapero („Löwenkäfig“, „Carancho“) inszenierte unfassbare, aber wahre Geschichte des Puccio-Clans. In atmosphärisch dichten Bildern beschwört Trapero eine von Korruption, Angst und wirtschaftlichem Niedergang geprägte Ära Argentiniens an der Schwelle von der Diktatur zur Demokratie herauf. In der Hauptrolle des Gänsehaut-Thrillers glänzt Guillermo Francella („In ihren Augen“) als zugleich abgründiger Clanchef und allumsorgender Familienvater. An seiner Seite agieren Newcomer Peter Lanzani („Casi Ángeles“) als undurchsichtiger Sohn und Lili Popovich („Sin ritorno“) als Mutter, die für den Zusammenhalt der Familie buchstäblich über Leichen geht. Mit EL CLAN setzen die Produzenten des Oscar®-nominierten Überraschungserfolgs „Wild Tales“, Hugo Sigman (K&S Films) und Pedro und Agustín Almodóvar (El Deseo), ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. EL CLAN bescherte Regisseur Pablo Trapero den Silbernen Löwen im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Venedig sowie einen Goya als Bester iberoamerikanischer Film. Er lief auf zahlreichen Festivals, u.a. im erstmals ausgelobten Wettbewerb („Platform“) des Toronto International Film Festival und auf dem 63. San Sebastián International Filmfestival.

Special:

Pablo Trapero

Meine Blogger-Freunde und ich haben im Rahmen dieses düsteren Real-Crime Thrillers die Möglichkeit erhalten, dem Regisseuren Pablo Trapero ein paar Fragen zu stellen:

Kino7: With EL CLAN you come to terms with a part of the history of Argentina. Are there other similar projects in your mind you would like to realize in the future?

Pablo Trapero: Im working on a true story again. A Real story I found fascinating to turn into
the fiction language. Is called The Man in the Rockefeller Suit, Fox Searchlight Pictures, written by David Bar Katz, adapted from the book by Mark Seal. The film tells the true story of Christian Karl Gerhartsreiter, an imposter who, along the way, went through several jobs on Wall Street, leaving a trail of scams, posing as a family member Rockefeller.

Kino7: Can you tell me a little more about the actors you have selected to play the roles of the Puccio family members? Arquímedes Puccio for example is played
by Guillermo Francella who is a famous Argentine comedian. A very unusual choice, isn’t it?

Pablo Trapero: There was something of that familiarity we have with Guillermo which was very
suitable for the film. Because it was the same familiarity that Archimedes Puccio had in that neighborhood. That feeling of comfort that generates you as a viewer plays a familiar face in favor, as does the disbelief that this guy can be so bad. The character has to beat your disbelief. It was a very large, especially for Guillermo challenge. The idea is that this naturalness is lost for the character of Archimedes achieve capture you as a spectator.

It was a privilege to work with Guillermo and Peter. The two had an incredible enthusiasm. Peter, who behaved like a great professional, also overflowing with enthusiasm. This is his first film. As Peter in his world, Alejandro Puccio had a great magnetism. We interviewed people who until now thought to have
involved in the crimes was a mistake. And like Alejandro , Peter knows the world of rugby. He was prepared thoroughly It has the same look that was perceived in Alejandro, that of a large charming. We wanted to play with that seductive thing and the terrible time have the character.

Wie bereits erwähnt haben meine geschätzten Blogger-Freunde Pablo Trapero ebenfalls ein paar Fragen gestellt. Schaut Euch die Ergebnisse an: Myofb.de, Filmosophie.com, Dienachtderlebendentexte.wordpress.com und Wewantmedia.de

Tobi

Feature:

In seinem packenden Real-Crime-Thriller EL CLAN, der in Argentinien einen Rekordstart hinlegte (deutscher Kinostart: 3. März 2016), erzählt Regisseur Pablo Trapero eine Geschichte, die die Bevölkerung seines Heimatlandes vor gut 30 Jahren aufwühlte. Es ist die Geschichte der Familie Puccio, die nach dem Ende der argentinischen Militärdiktatur durch Entführungen, Lösegelderpressungen und Morde für Schlagzeilen sorgte. Eine Geschichte, die noch heute unter die Haut geht.

El Clan

(K)eine ganz normale Familie

In ihrer Nachbarschaft galten Arquímedes Puccio, seine Frau Epifania und ihre fünf Kinder Alejandro, Daniel „Maguila“, Guillermo, Silvia und Adriana als konservative, fromme Familie, die regelmäßig die Sonntagsmesse der nahegelegenen Kirche besuchte. Mehrmals am Tag und sogar tief in der Nacht sah man Familienoberhaupt Arquímedes Puccio vor seinem Haus in einem gehobeneren Stadtviertel von Buenos Aires den Gehweg fegen. Dabei ging es ihm jedoch weniger um Sauberkeit als darum, sicherzustellen, dass die Schreie seiner Opfer nicht auf der Straße zu hören waren.

Unter dem Deckmantel der Regierung

In den 1970er Jahren hatte sich Arquímedes Puccio unter dem Militärregime Argentiniens einer geheimen, von der Regierung unterstützten Todesschwadron angeschlossen. Seine Aufgabe bestand zu jener Zeit in der „Hotellerie“, der Unterbringung politisch Entführter. Mit dem Sturz der Diktatur im Jahr 1983 waren seine Dienste nicht länger vonnöten. Doch das Ende des Militärregimes bedeutete keineswegs auch das Ende seiner blutigen Aktivitäten. Anstatt weiterhin Oppositionelle und Kommunisten im Auftrag der Regierung zu entführen, kidnappte er fortan auf eigene Faust Angehörige wohlhabender Argentinier mit dem Ziel, horrende Lösegelder zu erpressen.

Verbrechen ist Familiensache

Dabei konnte er sich nicht nur der Unterstützung durch bestehende Verbindungen zu ranghohen Regierungsmitgliedern sicher sein. Auch die Familie half mit, allen voran seine zwei ältesten Söhne Alejandro, Starspieler der Rugby-Nationalmannschaft, und Daniel, genannt „Maguila“. Zusammen mit drei weiteren Helfern machten sie sich der Entführung von vier Opfern schuldig, von denen sie drei kaltblütig ermordeten. Allesamt Menschen aus dem persönlichen Umfeld der Puccios, unter ihnen auch ein Teamkollege aus Alejandros Mannschaft.

El Clan

Das Grauen im Keller des Familienhauses

Nach der Entführung des vierten Opfers, der Geschäftsfrau Nelida Bollini de Prado, kam die Polizei den Machenschaften des Clans auf die Spur. Mit Hilfe von Telefonwanzen konnte die Familie schließlich überführt werden. Bei der Durchsuchung des Familienhauses fanden die Beamten die Vermisste angekettet in einem kleinen, fensterlosen Raum im Keller, in dem auch die anderen Opfer vor ihr untergebracht worden waren. Die Puccios hatten dabei aufs kleinste Detail geachtet: Um zu verschleiern, dass sich der Kerker in Buenos Aires befand, platzierte die Familie Heuballen vor der Kellertür, deren Duft den Opfern vorgaukeln sollte, irgendwo auf dem Land festgehalten zu werden.

Mühsame Spurensuche

Da mehrere Familienmitglieder mittlerweile tot und die verbliebenen nicht zu öffentlichen Aussagen bereit waren, hatte Pablo Trapero zunächst große Mühe, die realen Ereignisse dieses außergewöhnlichen Falles zu rekonstruieren. Doch mithilfe alter Zeitungsartikel, Briefe und Fotos sowie zahlreichen Gesprächen mit früheren Nachbarn und Bekannten der Familie Puccio, gelang es dem Regisseur, viele der Puzzleteile zusammenzufügen und in einem intensiven Spielfilm auf die Leinwand zu bringen. Auch 30 Jahre nach dem Aufsehen erregenden Fall läuft es einem ob der Skrupellosigkeit der Puccios noch kalt den Rücken hinunter: EL CLAN – ab 3. März 2016 im Kino.

 
FSK:
16
Genre:
Thriller, Drama
Länge:
109 Minuten
Dt Start:
3.März 2016
Verleih:
Prokino Filmverleih
Land:
Argentinien, Spanien
Mit: Guillermo Francella, Peter Lanzani, Lili Popovich

Trailer:

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