Blogger-Special & Kritik: DEADBEAT – Film | Kino7.de

Blogger-Special & Kritik: DEADBEAT

 Geschrieben am 26. August 2015 - 16:50 Uhr von Kino7.de

Seit dem 22. August könnt ihr die 1. Staffel der übersinnlichen Comedy-Serie DEADBEAT käuflich beim DVD-Dealer Eures Vertrauens erwerben. Meine geschätzten Blogger-Kollegen und ich haben uns einmal die Frage gestellt, welchen ektoplasmischen Begleiter wir ganz gerne an unserer Seite hätten. Außerdem erzähle ich Euch, warum Ihr Euch die Serie nicht entgehen lassen solltet.

Tyler Labine in Höchstform: Breits seit 1991 ist der charmante Kanadier als Schauspieler in verschiedenen TV-Produktionen tätig, seinen großen Durchbruch hatte Labine allerdings erst im Jahre 2010 mit der großartigen Horrorkomödie TUCKER & DALE vs EVIL. Der Charakter des treudoofen und verpeilten Dickerchens mit großem Herz scheint dem Schauspieler so gut auf den Leib geschnitten zu sein, dass man ihn kurzerhand für die urkomische Mysteryserie DEADBEAT verpflichtete.

Kevin Pacalioglu (Tyler Labine) ist ein unterbelichteter Faulpelz, der mehr Geld für Drogen ausgibt, als er sich überhaupt leisten kann. Allerdings ist „Pac“, wie ihn sein einziger Freund und Drogendealer Roofie (Brandon T. Jackson) nennt, ein wahrhaftiges Medium, welches mit Geistern kommunizieren kann. Diese Gabe lässt sich doch sicherlich ganz gut vermarkten: und so beginnt Pac die Seelen der Verstorbenen auf ihrer Reise ins Licht zu unterstützen und damit die Häuser seiner Kunden zu „reinigen“, die auch ganz gerne ein paar Scheinchen für eine Geisteraustreibung locker machen. Dass Pac nicht gerade die hellste Birne im Leuchter ist und eigentlich durchgehend vom Pech verfolgt wird stört ihn dabei weniger. Sein wahres Problem ist seine Konkurrentin Camomile White (Cat Deeley), die zwar nicht wirklich mit Geistern sprechen kann, allerdings so verdammt gut aussieht.

DEADBEAT vereint die fantastischen Elemente einer Mysteryserie im Stile von GHOST WHISPERER und MEDIUM mit dem großartigen Humor von Comedy-Sendungen wie WILFRED oder MY NAME IS EARL. Damit die Story niemals in eine Schublade abrutscht, kommen die Geister mit den wahnwitzigsten Forderungen daher; seien es das Gewinnen eines Hot Dog – Wettessens oder der Geschlechtsverkehr mit der Jugendliebe … aus dem Vietnamkrieg. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, bekommt Pac ab der 4. Episode einen kleinen Sidekick an die Hand, nämlich den degenerierten BLOB, der Pac nun als sein Herrchen betrachtet.

Doch zwischen all den aberwitzigen und frischen Ideen bleibt stetig der fade Beigeschmack, dass die erste Staffel von DEADBEAT eine Art „Testphase“ ist. In einer Zeit, in der neue Serien wie Pilze aus dem Boden sprießen und auch gleichermaßen schnell wieder eingestampft werden können, ist das zögerliche „Testen“ hier allgegenwärtig. 10 Episoden bei einer Gesamtlaufzeit von gerade einmal 212 Minuten, dabei wird die Story so rasant und stringent erzählt, dass kein Platz für die ein oder andere Ausschweifung bleibt. Unter’m Strich ist das ein sehr ernüchternder Wermutstropfen, dem man in der zweiten Staffel mit zumindest insgesamt 13 Folgen ein wenig vorbeugen wird.

Fazit:
DEADBEAT ist trotz der Geister-Thematik in keiner Sekunde gruselig oder verstörend, das Comedy-Element steht hier ganz klar im Vordergrund. Und humortechnisch bedient sich die Serie an so ziemlich jedem Stilmittel, welches das Publikum zum Lachen bringt. Zwischen der konkreten Handlung um Pac, seinen Job und seine Interaktionen mit Freunden und Feinden, sorgen seine Geistererscheinungen mit ihren völlig absurden Wünschen immer wieder für frische Unterhaltung. Traurig ist allerdings, dass die komplette erste Staffel mit knapp 3,5 Stunden Gesamtspielzeit nur für einen kurzen Spaß reicht.

 ★★★★☆ 

Meine Blogger-Freunde und ich haben uns im Rahmen dieser übernatürlichen Comedy-Serie über verschwendete Talente den Kopf darüber zerbrochen, welchen bekannten Geist aus Film und Fernsehen wir gerne mit uns rumtragen würden. Der Gerechtigkeit zuliebe haben wir SLIMER, den wohl unterhaltsamsten Filmgeist aller Zeiten, konsequent ausgeschlossen. Den hätte nämlich jeder gerne gewählt.

Doch die Suche nach einer Alternative fiel bei mir recht kurz aus, da ich sofort einen Geist im Sinn hatte … naja, genaugenommen sind es zwei: Stuart und Cyrus aus Peter Jacksons THE FRIGHTENERS.

Poster_Kino7.de

Nachdem Peter Jackson mit seinem Independent Splatter-Feuerwerk BRAINDEAD im Jahre 1992 die, für mein Dafürhalten, bis heute beste Horror-Komödie aller Zeiten auf die Menschheit losgelassen hat, hatte ich mich seinerzeit mehr mit dem Ausnahme-Regisseur auseinandergesetzt. Neben BRAINDEAD hatte mich die, wesentlich unblutigere aber keineswegs uninteressantere, Gruselkomödie THE FRIGHTENERS absolut überzeugt, die ich ebenfalls bis heute zu meinen Lieblingsfilmen zählen darf.

Und tatsächlich ist THE FRIGHTENERS storytechnisch wunderbar mit DEADBEAT zu vergleichen, denn auch hier geht es um ein Medium (Frank Bannister, gespielt vom großartigen Michael J. Fox), welches sein Geld mit der Austreibung unwillkommener Hausgäste verdient. Dabei hat Frank immer seine beiden Geister-Assistenten Stuart und Cyrus dabei, die ihn tatkräftig bei diesem Job unterstützen. Da die beiden Geister, ähnlich wie Pac, treudoofe Trottel sind, sorgen sie für brillante Slapstick-Einlagen. Doch eine Eigenschaft zeichnet die beiden Freunde ganz besonders aus, und das ist Loyalität. Daher würde ich vorzugsweise zu Stuart und Cyrus tendieren, wenn ich mir Geisterfreunde aussuchen könnte.

Wie bereits erwähnt haben sich meine geschätzten Blogger-Freunde ebenfalls Gedanken darüber gemacht, welchen Geist sie ganz gerne im Gepäck hätten. Schaut Euch die Ergebnisse an: derfilmtipp.de, Myofb.de, Filmverliebt.de und Wewantmedia.de

Tobi

 
FSK:
12
Genre:
Komödie, Fantasy
Länge:
22 Minuten
Dt Start:
20.August 2015
Verleih:
Studiocanal
Land:
USA
Mit: Tyler Labine, Brandon T. Jackson, Cat Deeley, Lucy DeVito

Trailer:

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