Kritik: House at the End of the Street (2013)

 Geschrieben am 27. November 2012 - 21:47 Uhr von Kino7.de

Jungschauspielerin Jennifer Lawrence konnte mit Rollen in WINTERS BONE oder auch DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES auf ganzer Linie überzeugen. Mit dem Film HOUSE AT THE END OF THE STREET, welcher am 24. Januar 2013 bundesweit in den Kinos startet, beweist sich die 22-Jährige in einem ganz anderem Genre: dem Horrorfilm!

Elissa (Jennifer Lawrence) und ihre frisch geschiedene Mutter Sarah (Elisabeth Shue) ziehen in ein Traumhaus, welches sich am Rande einer Kleinstadt befindet. Als die Beiden beginnen, sich dort richtig wohl zu fühlen, lüften die Bewohner beim nachbarschaftlichen Barbecue ein dunkles Geheimnis. Bereits Jahre zuvor hatte im gegenüberliegenden Haus ein geistig-behindertes Mädchen seine Eltern ermordet, welche anschließend spurlos in den Wäldern verschwand. Zurück blieb der Bruder Ryan, welcher zum Zeitpunkt des Mordes nicht im Haus lebte. An einem regnerischen Abend, Elissa befindet sich von einer Hausparty auf dem Heimweg, begegnet sie dem schüchternen und zurückgezogenen Ryan. Je mehr sie Zeit miteinander verbringen, desto näher kommen sich die beiden Teenager – gegen den Willen Elissas Mutter. Schon bald wird Elissa es bereuen, nicht auf ihre Mutter gehört zu haben …

Der Horrorfilm HOUSE AT THE END OF THE STREET kombiniert gewohnte Elemente wie ein gespenstisches Haus, mysteriöse Charaktere und eine dunkle Vergangenheit gekonnt miteinander und rückt das doch sehr abgedroschene Horrorgenre in ein anderes Licht. Wo vorher Übernatürliches oder eine Menge Blut im Spiel waren, greift der Film eher auf Elemente des altbewährten Psycho-Thrillers à la Hitchcock zurück. Denn die spannenden Filmsequenzen dominieren deutlich gegenüber den gruseligen oder angsteinflößenden, was meiner Meinung nach mal eine willkommene Abwechslung ist. Überdies ist das Drehbuch ein echter Pluspunkt des Films, weil einfach jeder Darsteller eine tragende Rolle übernimmt und somit ständig in Aktion mit den anderen Figuren tritt. Außerdem bietet der Film starke Wendungen und Überraschungen, mit denen nur der Schlauste im Publikum gerechnet hätte.

HOUSE AT THE END OF THE STREET richtet sich allerdings trotz der klassischen Elemente eher an das jüngere Publikum, weil auch die Hauptfiguren des Films sehr jung sind. Da hier vor allem der Fokus auf die einzelnen Charaktere lag, sind die Darsteller durch die Bank weg ideal besetzt worden. Die beiden Newcomer Jennifer Lawrence (zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES noch in Planung) und Max Thieriot sind einfach großartig. Lawrence, welche die attraktive und selbstbewusste Elissa verkörpert, harmoniert in jeder Minute mit ihrem Schauspielkollegen, da dieser als geheimnisvoller und verletzlicher Ryan das perfekte Gegenstück bildet. Vor allem die zarte Liebesgeschichte gibt dem Film eine sanfte Note, mit der das Publikum definitiv nicht gerechnet hätte. HOUSE AT THE END OF THE STREET will seinen Zuschauern mehr als nur einen Schrecken einjagen, indem er die Zwiespältigkeiten und Beziehungen seiner Figuren in den Vordergrund stellt. Somit spielt die Phantasie des Zuschauers doch mächtig verrückt, vertraut doch der Mensch auf seine Instinkte. Aber was ist, wenn man auf sein Bauchgefühl hört, doch am Ende komplett falsch liegt? Mit all diesen Komplexitäten beschäftigt sich HOUSE AT THE END OF THE STREET, was durch die effektive Kameraarbeit von Miroslaw Bascak nochmals unterstrichen wird. Dieser nimmt vor allem die Gesichtsausdrücke der Darsteller ins Visier, damit das Publikum die Figuren auch genau unter die Lupe nehmen kann.

Es scheint als hätte HOUSE AT THE END OF THE STREET großes Potenzial um zu einem innovativen Psycho-Thriller heranzuwachsen. Doch bei all den positiven Aspekten zerbricht der Film bedauernswerter Weise an den Dialogen. Diese sind so einfallslos und phrasenhaft aufs Papier gebracht worden, dass es bereits zu Beginn keinen Spaß mehr macht, den Gesprächen zu lauschen. Einfach jeder Satz ist vorhersehbar und langweilig. Des Weiteren nimmt der Film schon am Anfang prägnante Filmsequenzen vorweg, welche logischerweise zum Ende hin sinnvoller eingesetzt hätten werden können. So weiß der Zuschauer bereits in den ersten Minuten des Films, was Sache ist. Auch ist die Mutter-Kind-Beziehung zwischen Elissa und Sarah doch sehr lieblos gestaltet, da beide typische Verhaltensweisen aufzeigen, die wir schon hundertmal zuvor in anderen Filmen sehen durften.

Fazit: HOUSE AT THE END OF THE STREET lebt von seinen Darstellern und der soliden Grundstimmung, hapert jedoch stark am Ablauf der Geschichte und den Dialogen. Nichtsdestotrotz ist Mark Tonderais neuer Streifen ein packend-rasanter Psycho-Thriller, der vor allem zum Ende hin dem Zuschauer keine Verschnaufpause gönnt. Dass Jennifer Lawrence sogar als Sängerin eine gute Figur macht, ist ganz klar ein Highlight des Films.

 ★★★½☆ 

Josephine Drews

[kritik]www.kino7.de/kritik-house-at-the-end-of-the-street-2013/[/kritik]
 
FSK:
16
Genre:
Pyscho/Thriller/Horror
Länge:
unbekannt
Kaufstart:
28. Juni 2013
Verleih:
Concorde Filmverleih
Land:
USA
Mit: Jennifer Lawrence, Max Thieriot, Elisabeth Shue uvm.
 
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2,29 von 5 Punkten / 7 Stimmen.
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