Shanzo: Ein Film aus Leidenschaft – Film | Kino7.de

Shanzo: Ein Film aus Leidenschaft

 Geschrieben am 30. Juni 2013 - 8:40 Uhr von Kino7.de

Die Independent-Produktion „Shanzo“ kämpft um finanzielle Mittel – und überzeugt Hollywood.

„Angefangen hat alles 2006 mit dem Trashmovie Shanzo Brown, noch ohne Geld aber mit viel Herzblut“, sagt Murat Seven. Er sitzt mit Regisseur Markus Pajtler und Annika Ahrens, eine der Producerinnen, auf einer geblümten Couch. „Seit dem ersten Projekt ist viel passiert. Wir sind älter geworden, haben eine Menge Filme gemacht, viel dazugelernt und uns trotzdem nie aus den Augen verloren.“ Murat Seven ist Hauptdarsteller in Shanzo. Der Film ist eine Independent Produktion der Firma framerausch – einem Team aus Kollegen, die über Jahre Freunde geworden sind.

„Jetzt, sieben Jahre nach unserem ersten gemeinsamen Kurzfilm, ist es Zeit für den ersten Langfilm – Shanzo!“ Sevens Augen blitzen. Shanzo ist ein Neo-Noir-Urban-City-Western des Essener Nachwuchsregisseurs Markus Pajtler. Erzählt werden die Geschichten dreier Personen: Shanzo, einem Fremden, der in einer Großstadt ankommt und bei einem in einem Kino residierenden Cineasten anheuert, Marcio Plata, einem gescheiterten Fußball-Star, der nach einem von ihm verschuldeten Autounfall im Rollstuhl sitzt, und Elisa Day, einer jungen, phantasievollen, selbstbestimmten Frau, die ihre Erfüllung in der Unterstützung anderer findet. Den Cast bilden neben Murat Seven u.a. die Hollywood-Schauspieler David Gant (Braveheart) und Udo Kier (Armageddon) sowie Julia Dietze (Iron Sky).

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„Shanzo ist ein Film, der über den Tellerrand hinausblickt“, sagt Murat Seven. Der Deutsch-Kurde besetzt zusammen mit dem jüdischen Deutsch-Afrikaner Philip Bender die Hauptrollen. Ihr Migrationshintergrund werde dabei in keinster Weise thematisiert. „Das macht es so besonders: Shanzo steht für ein integratives Deutschland – in einer anderen Form.“ Regisseur Markus Pajtler ergänzt: „Gemeinsamkeit entsteht aus unserer Sicht aus dem Verzicht auf Heraushebung von unabänderlichen Alleinstellungsmerkmalen, wie Hautfarbe oder Religion. Neben den vielen wertvollen Filmen, die eben jene Ausgrenzung thematisieren, sehen wir uns in der Pflicht gelebte Integration abzubilden.“ Die Protagonisten sollen dabei inspirieren und gleichzeitig der Identifikation dienen. Als Beispiel nennt Pajtler die Person der Elisa Day – eine Frauenfigur, die für jene Generation von jungen Frauen steht, die nicht gerettet werden will, die Selbstbewusstsein, Kraft und vor allem Selbstbestimmtheit verkörpert. „Shanzo bebildert zudem männliche Antihelden, die sich schlussendlich für das Gute und Erstrebenswerte entscheiden.“ Pajtler lächelt. „Moderne Vorbilder in einer Zeit, die zu oft von schnellem Ruhm und fehlgeleiteten Idealen bestimmt wird.“ Die Macher setzen bei ihrer Finanzierung unter anderem auf die Crowdfunding-Plattform Startnext. Über diesen Weg konnte bereits die Science-Fiction-Filmkomödie „Iron Sky“ mit Julia Dietze in der Hauptrolle finanziert werden.

15.555 Euro will die Gruppe zusammenbekommen, bis zum 7. Juli haben sie hierfür Zeit. Über 6.000 Euro sind bereits eingenommen. „Wir sind parallel natürlich auch im Gespräch mit möglichen Sponsoren und Investoren, die bereit sind, größere Summen beizusteuern. Und natürlich sitzen wir auch an Anträgen für Fördermittel“, sagt Annika Ahrens. Pajtler und Seven nicken als sie sagt: „Wir werden diesen Film drehen. Und dafür werden wir jeden möglichen Cent umdrehen.“ framerausch ist eine Essener Produktionsfirma mit Fokus auf die Realisierung von Kinofilmen. Zu den bedeutenden Erfolgen der jüngeren Vergangenheit zählen der Preis für den besten Darsteller auf dem „Hollywood Real Independent Film Festival“ in Los Angeles 2010, sowie der Publikumspreis für den besten Film auf dem „Europäischen Independent Film Festival“ in Paris 2011.

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